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Angriff auf die Freiheit

Juli Zeh und Ilija Trojanow gehören nicht zu den Autoren, die sich mit popkulturellem Befindlichkeitsschrott aufhalten. Ihrem Ruf als politisch engagierte Schreiber werden sie nun mit einem streitbaren Essay für die bürgerliche Freiheit gerecht. Ihre 170 Seiten Tour durch Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und den Abbau von Freiheitsrechten in der Folge des "Anti-Terror-Kampfes" wird vor den anstehenden Wahlen hoffentlich noch zum Bestseller. Der polemische Stil macht das Buch leicht lesbar. Hier wird nicht seicht abgewogen, sondern zurückgeschlagen. Dass Juli Zeh auch eine preisgekrönte Juristin ist und beide Autoren akribisch haben recherchieren lassen, zeigt der umfangreiche Anmerkungsteil. Es wird nicht auf Sand gebaut. Das Buch steckt voller erschreckender Fakten, die eine getrübte Massenwahrnehmung korrigieren sollen: Der Grundrechtestandard ist keine Sicherheitslücke! Nicht die Kritiker des Abbaus von Freiheitsrechten sind hysterisch, sondern die Überreaktion auf den Terrorismus. Seit 2001 hat sich das Verhältnis westlicher Staaten zu ihren Bürgern grundlegend verändert. Er garantiert weniger deren Rechte, er misstraut und überwacht seine Bürger. Einige Jura-Professoren in Deutschland (also Lehrende!) fordern den Ausstieg aus den Menschenrechtskonventionen, weil diese die Folter verbieten. Jura-Professoren, die für die Wiedereinführung der Folter plädieren, werden von Wolfgang Schäuble ausdrücklich zur Lektüre empfohlen. Wie schleichend der Prozess des Grundrechteabbaus verläuft, darauf machen Zeh und Trojanow aufmerksam -- und von ihrem Buch werden die Innenminister Europas sicher abraten. Eigentlich ist es fatal, dass es in Deutschland keine liberale Kraft, schon gar keine liberale Partei gibt. Die FDP bleibt in Fragen der Freiheit zuverlässig opportunistisch. Der streitbare Essay zeigt aber, dass wir uns auch heute auf den erkämpften Freiheiten nicht ausruhen können. Die bürgerliche, nicht die wirtschaftliche Freiheit braucht Fürsprecher! Und dieser Essay braucht viele Leser.

Juli Zeh / Ilija Trojanow: Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte. Hanser, München: 2009

Der Mond bei 360°

Aus Anlass des 40. Jahrestages der Apollo 11-Mission und der ersten Mondlandung wurden beim moon-panorama-project 360°-Panoramen der Mondoberfläche angefertigt. Die Panoramen wurden aus originären Fotos der NASA zusammengesetzt.
Jedes der Panoramen zeigt eine Rundumsicht der Umgebung einer der sechs Apollo-Missionen, so dass man selber einen kleinen Mondspaziergang unternehmen kann.

Aufgerufen werden kann die Animation unter:
http://www.panoscope.de/mond/moon-panorama-project.html

moon.jpg

James Bond ist ein Physikgenie

"Glaubt eigentlich irgendjemand ernsthaft, dass James Bond ohne Physikkenntnisse noch leben würde?" Diese Frage stellen Metin Tolan und Joachim Stolze, Physikprofessoren an der TU Dortmund und eingefleischte Bond-Fans, in ihrem Buch Geschüttelt, nicht gerührt. James Bond und die Physik .

Tolan und Stolze überführen mit stupendem Detailwissen, eleganten Überlegungen und leichter Feder den Meisterspion und seine halsbrecherischen Aktionen in wissenschaftlich solide Analysen. Auf der Grundlage von Bonds Körpergröße (1,83 Meter) und Gewicht (76 Kilogramm) – der ,James-Bond-Einheit‘ – berechnen die Physiker die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen bei Sprüngen von Kranauslegern (hoch), die Möglichkeit von Verfolgungsjagden auf senkrechten Stahlträgern (vorhanden) und in 5000 Meter Höhe ohne Fallschirm (dito!) sowie die Notwendigkeit von allerlei Spezialanfertigungen (meistens gegeben, aber wenig realistisch). Sie rekonstruieren die Wirkung des mysteriösen ,Atomgeräts‘ aus dem wohl berühmtesten aller Bond-Filme, Goldfinger, und der Röntgenbrille aus Die Welt ist nicht genug , von Raketenrucksäcken ( Feuerball ) und Laserwaffen ( Stirb an einem anderen Tag ) und klären so nebenbei auch einige peinliche Filmfehler auf. Außerdem lüften sie das Geheimnis um den wohl berühmtesten Drink der Filmgeschichte (der sich als wahrer Gesundbrunnen entpuppt).

Jede besprochene Filmszene wird zunächst nacherzählt, anschließend "so quantitativ und so detailgenau wie möglich ausgewertet". Am Ende jedes Abschnitts können sich besonders Wissenshungrige dann noch in die "Details für Besserwisser" vertiefen. Dabei geht es den Autoren nicht darum, James Bonds spektakuläre Stunts als Humbug zu entlarven (was sie aber nicht selten dennoch tun...). Vielmehr versuchen sie, Bedingungen anzugeben, unter denen die Filmszenen tatsächlich klappen könnten – oder eben auch nicht.
So dürfte sich, wenn sie denn funktionieren sollte, zum Beispiel die Magnet-Uhr, die Bond zu Beginn von Leben und sterben lassen dazu benutzt, einen Löffel von der Untertasse seines Vorgesetzten M anzuziehen, nicht auf 40 Millionen Grad aufheizen. Dies geschähe jedoch, sobald Bond die für die Magnetwirkung nötige Spezialbatterie von 9.000 Ampere einschalten würde. "Als Konsequenz würde James Bond kurz nach dem Einschalten der Uhr in seine atomaren Bestandteile zerlegt werden und verdampfen." Nach rund 300 Seiten ist für Tolan und Stolze jedenfalls klar, "dass eine solide Physikausbildung für jeden Doppelnull-Agenten offensichtlich lebensnotwendig ist." Manchmal auch etwas mehr als das. Immerhin muss James Bond gelegentlich sogar gekoppelte nichtlineare Differentialgleichungen lösen – in wenigen Sekunden und auf einem Motorrad sitzend, das einem Abhang entgegenrast.

Das reich bebilderte, anspruchsvoll aufgemachte und humorvoll geschriebene Buch ist nicht nur für Bond- und Physik-Freunde ein äußerst kurzweiliger Lesegenuss!
Im Piper-Verlag erschienen, kosten seine 302 Seiten 16,90 Euro. Inzwischen gibt es von Metin Tolans physikalischer Bond-Vorlesung auch eine DVD .

In der Eifel fischen

"Vater ging, wann immer Zeit war, mit Hermann und mir zusammen fischen." Im neuen Roman von Norbert Scheuer, der die Eifel zu einem etablierten Distrikt der europäischen Literatur macht, kommt der Protagonist zurück in die felsige Heimat. Er will sich um seinen Bruder kümmern, der sein Zimmer nicht mehr verlässt; wenn er überhaupt in diesem Zimmer sein sollte. So richtig tun kann er nichts, außer fischen zu gehen. Und aus dem Fluss zieht er die Erinnerung, die Geschichten und Geschichtchen der verschrobenen Eifelbewohner, also auch seine eigene. Dieser Roman ist nicht nur Fischern zu empfehlen, aber die werden ihre besondere Freude daran haben -- nicht allein wegen der beigefügten Strichzeichnungen der Fische. "Denn wenn wir am Fluss ankamen, dann hörte Vater auf zu reden. Er hielt seinen Finger vor dem Mund (...) um anzudeuten, dass die Fische jetzt alles hörten." Fischer können schweigen, Leser auch. Der Roman "Überm Rauschen" ist keine verschwafelte Stadtgeschichte, sondern er ist ruhig (wie die Fischer), subtil (wie das Angeln), metaphernfrei und karg (wie die Eifel). Dem Vorbild William Faulkner wird still gehuldigt, erneut läuft eine Figur namens "Satorius" durch den Roman -- den kennen die, die den rauen Landburschen im Süden der USA folgen. Und auch die greifen oft zur Angel.

Norbert Scheuer: Überm Rauschen. Roman.

167 Seiten, 20 schwarz/weiß-Abbildungen, gebunden, C.H. Beck / München.

Open, Closed, or Clopen Access?

Ein interssanter Beitrag zum Spannungsfeld von Open Access Publishing und Closed Access Publishing in der Wissenschaftswelt: Open, Closed, or Clopen Access? .

Gute Schreiber

"Wenn jemand in den Sozialwissenschaften ein guter Schreiber wird, dann wird er das sozusagen gegen die Regeln und gegen den akademischen Betrieb, nicht durch ihn. [...] Es ist auch ein interessanter Umstand, daß die am besten lesbaren und interessantesten Sozialwissenschaftler die größte Zeit ihres Lebens außerhalb der Universitäten verbracht haben. Also zum Beispiel: Karl Marx war niemals Professor, Georg Simmel ist Professor geworden, in dem Jahr, bevor er gestorben ist, Norbert Elias hat niemals einen Lehrstuhl gehabt. Diese Leute waren einfach nicht an diese dummen Regeln gebunden, die so tun, als wäre Soziologie oder Psychologie so etwas ähnliches wie Chemie oder Physik."

Zygmunt Bauman

Zitat des Tages

"Es handelt sich letztendlich um Kunst, die sich (...) strenge Regeln auferlegt hat. Das Ganze kann ja nur erworben werden durch Übung. Durch tägliche Übung. Man kann es Meditieren nennen oder Konzentrationsübungen. Wenn ich vom erweiterten Kunstbegriff rede und sage, jeder ist ein Künstler, stelle ich ganz klar in Rechnung, dass dieses eines der wichtigsten Gestaltungsmomente der Menschen ist -- aus der Freiheit, also aus der Kreativität, aus der Schöpferkraft aller Menschen es zu einer demokratischen Verfassung kommen zu lassen. Also schon allein von diesem Detailproblem innerhalb der Diskussion um einen erweiterten Kunstbegriff wird quasi bewiesen, dass jeder Mensch nicht nur ein Künstler ist, sondern auch sein muss. Denn sonst würden die Ideen der Freiheit und der Demokratie Absurditäten sein."

Joseph Beuys

im Gespräch mit Knut Fischer und Walter Smerling. Kunst heute Nr. 1, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1989.

Und Freitag geht's ins Stadion

Stadion

Frauen-Bundesliga, U-21-EM, Confed-Cup: die Veranstalter tun alles, um die Entzugserscheinungen von Fußball-Fans in der Sommerpause zu lindern. Doch wer denkt daran, dass sich rund um Ball und Rasen jede Menge Technik versteckt?

Welche das ist, und wie sie funktioniert, erklärt die Kölner Nacht der Technik . Natürlich l-i-v-e in einem echten Stadion!

Bild: psmola/aboutpixel

E-Mails und Haschisch

In einer Studie des Londoner King's College an über tausend Probanden stellten Forscher einer Testgruppe eine Aufgabe und traktierten sie währenddessen mit E-Mails. Eine Kontrollgruppe bekam die gleiche Aufgabe gestellt und konsumierte dabei Marihuana. Das Ergebnis: Die Probanden, die Drogen genommen hatten, konnten ihre Arbeit besser erledigen als die Probanden unter E-Mail-Beschuss, bei denen der IQ während des Experiments stark abfiel. Rechnet man diese Befunde auf den ganzen normalen Büroalltag hoch, dann arbeiten Millionen Menschen täglich unter "Kiffer-Niveau".

Aus: Dagmar Ruhwandl: Top im Job - ohne Burnout durchs Arbeitsleben. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, S. 44 (Die Autorin ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, der Praxis-Ratgeber ist empfehlenswert.)

Touren zur Technik

Chemiepark

Die Technik ist vielseitig. Das gilt nicht nur für die fast unüberschaubare Anzahl der klassischen Ingenieurs-Disziplinen. Technik steckt vor allem auch in fast allen Alltagsdingen, und sie findet an so unterschiedlichen Orten wie einem Planungsbüro, einer Chemiefabrik (erwartungsgemäß) oder einem Sportstadion (eher überraschend) statt. All dies erleben können Besucherinnen und Besucher der Kölner Nacht der Technik. Und weil echte Besichtigungen viel anschaulicher sind als die beste Ausstellung in einer Messehalle, können Sie dazu mit dem öffentlichen Nahverkehr „auf Tour“ gehen - bis zum Hauptbahnhof, der Telekom-Zentrale oder zum Airport Köln-Bonn. Interessierte aufgepasst: für einige Tekkie-Erlebnisse ist die Zahl der Plätze begrenzt. Genauere Informationen und Anmeldung hier .

Bild: Nacht der Technik/Chemiepark Leverkusen

Klein, aber oho!

Miroflugzeug
Mit ihrem Microflugzeug errangen Studierende der TU Braunschweig den 2. Platz beim internationalen Wettbewerb in Florida. Gefordert waren unter anderem Präzisionsflug, der Abwurf eines Paintballs und die Erkennung von Zielen am Boden mit Hilfe einer eingebauten Videokamera.

Alle gestellten Aufgaben erfüllten die Braunschweiger Studenten am besten von allen angetretenen Teams. Einzig die geringere Größe des gegnerischen Luftgefährts hinderte die Braunschweiger am Sieg. Nicht schlecht für Studierende im Vordiplom, die bisher noch gar nicht offiziell Kurse in Luft- und Raumfahrttechnik belegen.

Bildquelle: TU Braunschweig

Lesen!

Coverbild Kaum ein Thema wurde in jeder Zeit so ätzend kritisiert wie das Christentum - und kaum eines so kompromisslos verteidigt. In dieser Debatte nimmt Christian Nürnbergers populäres Sachbuch „Jesus für Zweifler“ schon deshalb eine Sonderstellung ein, weil er weder einen plumpen Verriss der „Idee Gott“ liefert, noch lammfromm die intellektuellen Verrenkungen theologischer Berufs-Apologeten nachvollzieht.

Stattdessen erzählt Nürnberger spannend und kenntnisreich die Geschichte der jüdisch-christlichen Ethik, von der Knechtschaft Israels in Ägypten über die Lebenszeit des historischen Jesus bis in unsere Zeit. Unverhohlen spricht er die Widersprüche der Bibel an, beispielsweise die zwei miteinander unvereinbaren Schöpfungsberichte oder die 6 verschiedenen Versionen der „Speisung der 5000“. Ohne mit der Wimper zu zucken, referiert der Autor, der einst als „Zweifler“ das Theologiestudium abbrach, die Wende evangelischer Theologen in Deutschland zum „areligiösen Christentum“ (D. Sölle), eines aller Mythen und farbig geschilderter Geschichten entblößten Glaubens. Wenn er dann noch die Predigten, die viele Pfarrer mit luftigen Assoziation um die ihrer Heiligkeit entledigten Bibelgeschichten herumspinnen, süffisant als „Gerede“ und „Krampf“ bezeichnet, ist der Punkt erreicht, an dem jedem Vertreter der „Christentum-ist-Quatsch“-Fraktion das Herz aufgehen müsste.

Das klassische Atheisten-Argument jedoch, die Frage nach Gott erledige sich automatisch mit dem Fortschreiten wissenschaftlicher Erkenntnis, wischt er angesichts der humanen Katastrophen des 20. Jahrhunderts fast beiläufig vom Tisch. Indem dies in einem Schwung mit der Kritik an christlichen und islamischen Fundamentalisten auf der einen und naiven Horoskop- und Abergläubigen auf der anderen Seite geschieht, kommt Nürnberger an diesem Punkt der Freilegung des erhaltenswerten Kerns jüdisch-christlichen Denkens bereits sehr nahe, ein Kern, der sich im Verlauf der Darstellung als einzigartiger innerer Zusammenhang zwischen dem monotheistischen Glauben an einen das Menschliche weit übersteigenden Gott, individueller Emanzipation und einer auf Gleichheit gründenden Gesellschaft.

Den gedanklichen Weg zu dieser Position schmückt Nürnberger mit erhellenden Schilderungen der Entstehungsgeschichte der Bibel. Dabei wechselt er stilistisch zwischen gut verständlichem Sachbuch und persönlichem Zeugnis seines aufgeklärten Unglaubens. Die Breite seiner Kenntnisse und sein wahres erzählerisches Geschick flammen jedoch in den Passagen am meisten auf, die die Widersprüche unserer Zeit zwischen dem Vertrauen in eine hoch entwickelte (und im Prinzip nachvollziehbare) Technik und dem (jedes Nachdenkens baren) naiven Kinderglauben auch der Christen in Deutschland aufzeigen.

Am Rande seiner vielschichtigen Argumentation beachtet Nürnberger auch solche Details wie die (sicherlich diskutable) Rolle von Dorfkirchen als „Kulturträger“, in denen Kinder „Texte von hoher sprachlicher Qualität“ lernen können. Wie differenziert sein Bild des Christentums jedoch auch in lebenspraktischen Fragen ist, zeigt nicht zuletzt die Unterscheidung zwischen christlicher Gemeinde („Die Sozialordnung Gottes“) und der Amtskirche, die der Autor ironisch als „Vereine zur Pflege religiösen Kulturguts“ betitelt.

Nürnbergers Buch ragt mit seiner Differenziertheit aus der Masse der Partei ergreifenden Religions-Sachbücher heraus. Unabhängig vom persönlichen Weltbild gilt deshalb schon wegen der vielschichtigen Bezüge zu gesellschaftlichen und weltpolitischen Debatten: unbedingt lesen!


Christian Nürnberger (2007): Jesus für Zweifler, Gütersloh.





26. Juni: Nacht der Technik in Köln

Nacht der Technik

In Deutschland mangelt es – trotz Wirtschaftskrise – weiterhin an Ingenieuren: Im vergangenen Jahr konnten mindestens 64.000 Stellen nicht besetzt werden, knapp die Hälfte davon im Maschinen- und Flugzeugbau. Dem mangelnden Interesse gerade der jungen Generation an technischen Berufen entgegenzuwirken, hat sich unter anderem die 1. Kölner Nacht der Technik zum Ziel gesetzt.

Gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen und Institutionen sollen in der Nacht vom Freitag, den 26. Juni, technische Vorgänge für Jung und Alt interaktiv erlebbar gemacht werden: Warum piept es eigentlich, wenn Ihr Einkauf gescannt wird? Wie viel Strahlung geht von Ihrem persönlichen Handy aus? Wie funktioniert der technische Betrieb eines Flughafens oder eines Bahnhofs? Wo kommen Strom und Fernwärme her, und wo geht der Müll hin?

Als traditionsreicher Technologiestandort hat Köln an technischen Know-How freilich einiges zu bieten. Unternehmen wie der Flughafen Köln/Bonn, deutschlandweite Unternehmen wie der ADAC, die Deutsche Bahn und T-Mobile öffnen ihre Türen, um Besucher hinter die Kulissen blicken zu lassen. Versteckte Technik wird so durch Führungen, Präsentationen und Diskussionen für jedermann verständlich.

Auch die Fachhochschule Köln informiert und berät in der Nacht der Technik über das ingenieurwissenschaftliche Studium – und bringt Ingenieurinnen mit Frauen zusammen, die sich für einen technischen Beruf interessieren. Reichlich Gelegenheit, mit Ingenieurinnen und Ingenieuren ins Gespräch zu kommen, gibt es auch bei der anschließenden Abschlussparty ab 23.30 Uhr in der Fachhochschule Deutz.

Das vollständige Programm der Nacht der Technik liegt ab dem 5. Mai in Köln und Umgebung aus und ist ebenso online verfügbar . Tickets sind bereits jetzt im Vorverkauf über KölnTicket zu bekommen. Eine begrenzte Anzahl von exklusiven Sonderführungen sind nur mit hierfür ausgegebenen Sonderführungs-Tickets zu besuchen.

sciencegarden verlost 10 Eintrittskarten für die Nacht der Technik. Um an der Verlosung teilzunehmen, schicken Sie bitte bis zum 15. Juni eine E-mail mit dem Betreff "Nacht der Technik" und Ihrem vollständigen Namen im Textfeld an marketing@sciencegarden.de .

Nacht der Technik: 26. Juni 2009, 18 bis 24 Uhr

Tickets: 12 Euro, ermäßigt sieben Euro (Ermäßigung für Schüler, Studierende und Besucher bis 16 Jahre sowie ab 65 Jahre)
Freier Eintritt für Kinder bis sechs Jahre

Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, Abendkasse am Neumarkt und in der FH Köln.

Wissenschaft, Planung, Vertreibung

Eine Ausstellung in Trier erinnert an die Verstrickungen der Wissenschaft in die Machenschaften der Nationalsozialisten
Im Juni 1942 übergab der Berliner Agrarwissenschaftler Prof. Konrad Meyer den Nationalsozialisten eine als "Generalplan Ost" bekannt gewordene Denkschrift zur "Germanisierung" der Ostgebiete. Der Plan sah vor, innerhalb von 25 Jahren fast fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im Westteil der eroberten Sowjetunion anzusiedeln. Millionen slawischer und jüdischer Bewohner dieser Region sollten versklavt, vertrieben und ermordet werden. Die Pläne der Nationalsozialisten waren bezeichnend für den verbrecherischen Charakter ihrer Politik. Zugleich belegen sie die Skrupellosigkeit der daran beteiligten Experten, deren Arbeiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in beträchtlichem Umfang finanziert wurden.

Unter dem Titel "Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten" zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft vom 1. Mai bis 29. Juli 2009 in der Universitätsbibliothek Trier eine Ausstellung, die von der engen Verbindung akademischer Forschung, rationaler Planung und Forschungsförderung im Dienste der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik berichtet. In drei Abteilungen skizziert die Ausstellung die Vorgeschichte des Generalplans Ost, beleuchtet die Rolle der Wissenschaft sowie die Planungen für eine ethnische Neuordnung Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs und wirft einen Blick auf die Realitäten von Umsiedlung, Vertreibung und Völkermord zwischen 1939 und 1945.

"Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten", eine Ausstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft vom 1. Mai bis 29. Juli 2009 in der Universitätsbibliothek Trier, Universitätsring 15, Trier, geöffnet montags bis freitags von 8 bis 24, samstags von 8 bis 19 und sonntags von 11 bis 15 Uhr, der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint ein kostenloser Katalog.

Quelle: IDW

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