Veranstaltungshinweise

Hacker•Thriller•Action? - Groß!

"Who am I" wurde allerorten als Hackerfilm angekündigt. Doch die Kategorie, die manchem vom Gang ins Kino abgehalten hat, wir dem wirklich starken Streifen in keinster Weise gerecht. Er ist eine klassische Tragödie, in der es um Anerkennung, Liebe, Freundschaft und Verrat geht. Benjamin (Tom Schilling), die Hauptfigur, ist ein Genie im Cyberspace - und in jeder anderen Hinsicht ein Niemand. Als Teil einer Hacker-Bande schafft er es, in die BND-Systeme einzudringen. Als der Hack aber mit einem Mord in Zusammenhang gebracht wird, kommt er, statt Ruhm zu ernten, in Lebensgefahr. Und alle Versuche, durch immer kühnere Hacks dem Gegner zu entkommen, scheitern. Als er seine Bandenkollegen tot auffindet, klammer er sich an die Hoffnung, ist das Zeugenschutzprogramm der letzte Strohhalm, an den der zurückhaltende junge Mann sich klammert. Oder ist seine ganze Geschichte nur Kopfkino?
Neben actionhaften Episoden bietet "Who am I" viele überraschende Wenden auf, was den Streifen zu spannender Unterhaltung macht. Doch auch den Tempowechsel und die leisen Töne beherrscht Regisseur Baran bo Odar perfekt, so dass es nicht bei einem für die Zuschauer bedeutungslosen Ausflug in eine fremde Welt bleibt. Diese fremde Welt allerdings stellt bo Odar meisterlich in fast allegorischer Weise dar: das Hacker-Netz als New Yorker U-Bahn, verschlüsselte Passwörter in unbeschrifteten Briefumschlägen und Chats in bedrohlichen Computerstimmen. Einen Oskar wird der Film wohl nicht erhalten - aber hoffentlich einen Trend setzen in Richtung deutsches Kino, das ohne die typischen historischen Stoffe auskommt. Unbedingte Empfehlung!

Incompatibilty-Report

Es gibt Filme, die schüren auf krude Weise das Fernweh. Und es gibt andere, die skizzieren, wie schwierig der Ausbruch aus dem Gewohnten und das sich Einlassen auf ein fremdes Land sein können. „Ausgerechnet Sibirien“, der dieser Woche in den Kinos angelaufen ist, gehört zu dieser letzten Kategorie.

In der ersten Einstellung joggt die Hauptfigur Matthias Bleuel (Joachim Król) keuchend und ausdruckslos durch eine farblose Kulisse: Feldmark, Wohnsiedlung, als Soundtrack eine Erzählung über sibirischen Schamanismus vom tragbaren CD-Player. Und nicht nur die Technik, der Mann und der ganze Film scheinen seltsam aus der Zeit gefallen. Unschuldig-erstaunt kommentiert Bleuel den Verkauf des Ehebetts an ein schwules Pärchen mit „ist’n Doppelbett“. Vom Auftrag des Seniorchefs, von der Inhaberin der russischen Partnerfirma ein Foto mitzubringen, ist er sichtlich irritiert. Auf die titelgebende Dienstreise nach Sibirien geht er direkt vom vollvertäfelten Konferenzraum aus, ängstlich, aber vor allem teilnahmslos - im Kopfhörer stets die beschwörende Stimme der Schamanen-Erzählung. Den Elan und Tiefgang, die sich darin andeuten, dass Bleuel im Flugzeug russische Vokalen paukt, deutet der Film erst sehr spät aus.

Denn zunächst strandet der unbeholfene Charakter in Novosibirsk, wo ihm nur der Zufall in Gestalt seines ehemaliger Klassenkamerad Rolf (Armin Rohde) zum Ticket für den Weiterflug verhilft. Endlich in Ostsibirien angekommen, will er dann sofort in die Firma: „Ich muss mir doch einen Überblick verschaffen.“ Die Blicke, die der ihm zur Seite gestellte Dolmetscher Artjom (Vladimir Burlakov) und der Fahrer wechseln und wohl auch die Zeitverschiebung, nimmt das Klischee des deutschen Geschäftsreisenden dagegen gar nicht wahr. Stattdessen eröffnet er die Feier zu seiner Begrüßung mit einer hölzern-wichtigen Urkundenübergabe. Das passt natürlich so gar nicht zu dem feucht-tumultigen Familienfest, das sofort danach um ihn herum ausbricht. Und der Fehler wiederholt sich, sei es, dass Bleuel die Freude der Russen über kalifornische Orangen (und möglicherweise dahinter einen erfolgreichen Schwarzmarkt-Deal) mit „unprofessionell“ quittiert oder sich allzu sehr in Vorträgen zur Logistik und über andere Betriebsthemen ergeht. Dass die resolute Chefin und der restliche Clan ihn nicht aus dem Laden jagen, verdankt er allein Dolmetscher Artjom, der nicht nur übersetzt, sondern vor allem zusieht, kulturellen Missverständnissen durch mehr als bloß stilistische Anpassungen vorzubeugen. Auch Artjom stößt allerdings an seine Grenzen, als Bleuel von ihm fordert, noch einmal für ihn bei einer Hotline anzurufen: „Compatibility Report, das scheint es in diesem Programm gar nicht zu geben.“ Wie weit er damit über den Bildschirm des 90er-Jahre PCs hinaus deutet, ist dem Protagonisten offenbar nicht bewusst. Bleuel erscheint bis zu diesem Punkt der Story als Figur vor einer farbenfrohen Kulisse, mit der er aber nie wirklich in Kontakt tritt. Dieser Teil des Films endet dann auch mit einer Abschiedsfeier, die er übermütig zur Abrechnung mit den von ihm entdeckten Missständen in Sibirien nutzt. Würde der Film nun enden, er wäre eine misslungene, klischeereiterische Komödie mit tragischem Helden.

Doch immer wieder, nur in kurzen Episoden zuerst, tritt die Person Bleuel zum Vorschein, hypnotisiert von der Schamanismus-CD im Discman, fasziniert von einer Libelle, die in seinem Hotelzimmer zwischen den Scheiben der Doppelverglasung gefangen ist. Die Libelle ist bei den Schamanen ein heiliges Tier. Aus diesem dünnen Erzählfaden erwächst der zweite Teil des Films. Was bisher störend und harmlos, weil von Bleuel aus wie hinter Plexiglas, geschah, ist nun bedrohlich nah. Bleuel besteht darauf, der schamanischen Sängerin Saljana, die er auf einem Rummelplatz gehört hat, in deren noch weiter östlich liegende Heimat zu folgen.

Gemeinsam mit Artjom – und gegen dessen Rat – macht sich Bleuel in diesen Landstrich auf. Von ihrem Fahrer ausgesetzt, kämpfen sie zuerst darum, auf der wenig befahrenen Straße von jemandem mitgenommen werden und dann gegen Mücken. Als sie das Heimatdorf Saljanas erreichen, werden sie zwar freundlich empfangen, doch alle – von der alten Schamanin bis zu Artjom – trauen Bleuel nicht zu, in Sibirien seinen Mann zu stehen. Diese Zweifel teilt auch der Zuschauer, der in Bleuels Verhalten noch immer die Unbeholfenheit erkennt, die es ihm bereits bei den Textilleuten schwer gemacht hat. Jetzt allerdings ist sie ihm nicht mehr nicht bewusst oder egal, sondern peinlich, wie er Saljana gesteht. Der Film und sein Hauptcharakter nehmen also eine überraschende Entwicklung. Es gibt eine Odyssee, Konflikte und ganz am Schluss ein Happy End, dessen Erzählstränge alle ein bisschen zu gut zu einander passen.

Eine Klamaukkomödien-Roadmovie-Romanze also, in der die zu dick aufgetragenen Klischees ebenso wirken wie der Kontrast zwischen russischer Lebensfreude und deutscher Über-Aufgeräumtheit. Sehenswert ist aber vor allem, wie menschliche Konflikte, innere und äußere, ohne affektierte Distanz und ohne zu viel Psychologisierens über die Leinwand gehen.

Die vielleicht spannendsten Längen der Filmgeschichte

schilf.jpg „Alles, was denkbar ist, existiert“- davon ist zumindest Sebastian Wittig überzeugt. Fieberhaft arbeitet der Physikprofessor am Beweis seiner Theorie. Unterdessen verschwindet sein kleiner Sohn Nick von einer Autobahnraststätte, und ein mysteriöser Anrufer fordert Wittig auf, einen Mord zu begehen.
Regisseurin Claudia Lehmann gelingt es in „Schilf“, Juli Zehs genialen Thriller ebenso genial auf die Leinwand zu bannen. Die Story zweier befreundeter Physiker mit Widerstreitenden Theorien und Lebenseinstellungen erzählt sie geradeheraus und ohne viel Psychologisieren. Die fesselnde Spannung des Films entspringt aus den sorgfältig komponierten Wechseln zwischen den parallelen Welten, die Protagonist Wittig zunächst herbeitheoretisiert – und sich dann in sie verstrickt. Angst vor möglichen Entführern seines Sohnes und vor der Unmöglichkeit, sich mit seiner Theorie verständlich zu machen, lassen ihn dessen Verschwinden zunächst auch gegenüber seiner Frau verschweigen. Als diese aus dem Urlaub zurückkehrt und sie beide schließlich die Polizei verständigen, findet sich Klein-Nick wohlbehalten im Ferienlager wieder. Allerdings habe er geschlafen, „und dann war ich hier“.

Spätestens hier ist eine zweite Ebene im Film deutlich. Während die übrigen Protagonisten jeweils in einer Welt verankert erscheinen, hat Wittig offenbar Erinnerungen aus mehreren Paralleluniversen. Für den Zuschauer erscheint dies in der Bildsprache wie eine Psychose oder „einfach Überarbeitung“, wie seine Frau die peinliche Episode mit dem gar nicht verschwundenen Sohn kommentiert. Doch über diesen Schein normaler Verrücktheit legt die Regisseurin einen Schleier aus wohldosierten Filmeffekten – dünne Gegenstände, die sich als Trennlinie vor dem Hintergrund auflösen, Straßenmarkierungen unter dem vorwärts drängenden Auto, die mit englischsprachigen Bandaufnahmen zum Stroboskopeffekt hinterlegt werden, aber auch die üblichen Mittel des Thrillers.

Steht Klein-Nick noch neben seiner Mutter auf dem Bahnsteig, als Wittig in selbstberuhigender Tapferkeit seine Lieben verabschiedet? (Man weiß es nicht.) Und wie nahe wird Wittig der geheimnisvolle Schilf kommen, der ihm immer an den Übergängen zwischen den Welten begegnet? Gegen Ende des Films sehen sich beide in die Augen. Schilf offenbart Wittig seine Identität und endlich auch das Geheimnis hinter Entführung, nicht begangenem Mord und der Auseinandersetzung mit Freund Oskar über die Existenz der Paralleluniversen. In dieser Szene entfaltet sich die Poesie dieses Films zu voller Pracht. Schilf kommt Wittig näher, er geht in eindringlichem Reden auf den anderen zu und sie beginnen, wie im Kampf Kreise umeinander zu drehen. Doch, soviel darf man vorausnehmen: Schilf zieht keine Pistole, um in Hollywood-Manier dem Zuschauer einen Höhepunkt des Grauens zu bereiten. Er blickt – starr und seiner Mission bewusst – in Wittigs Augen, und diese blicken suchend, zweifelnd, aber kaum noch ängstlich zurück. Nach Hollywood-Maßstab hat „Schilf“ beträchtliche Längen. Man kann aber auch sagen, er hat eine eigene Sprache. Und die inszeniert perfekt die Komplexität des Sujets und lässt echte Spannung entstehen. Die vielleicht spannendsten Längen seit „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Die richtigen Worte finden

Sie sind Wissenschaftler? Sie möchten Ihre Forschungsergebnisse verständlich und interessant darstellen? Aber Ihnen fehlen die richtigen Worte. Bei den Sag´s klar-Kommunikationstrainings der Klaus Tschira Stiftung in Heidelberg lernen Sie, wie das geht. Teilnahmebedingungen und Termine unter www.sags-klar.info .

In den jeweils zweitägigen Workshops „Schreibwerkstatt“ und „Medientraining“ wird trainiert, die Ergebnisse der eigenen Forschung den Medien und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Kurse richten sich an Naturwissenschaftler, Mathematiker und Informatiker, die aktiv in der Forschung tätig sind. Aber auch Wissenschaftler angrenzender Bereiche sind willkommen.

Call for Papers: Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche

Die Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche bieten seit mehreren Jahren ein Forum für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Rhetorik.

Eine Tagung am 8. und 9. Juni 2012 befasst sich mit dem Thema Rhetorik und Gespräch .
Bei der Tagung stehen die Bedeutung des Gesprächs und die Anforderungen an den Kommunikator im Mittelpunkt. Die unterschiedlichsten Arten von Gesprächsszenarien können dabei als Diskussionsgrundlage dienen.

Vor allem die Faktoren, welche ein Gespräch beeinflussen, sollen behandelt werden. Besonders interessiert dabei auch, wie Überzeugung im Gespräch funktioniert.
Zu den Gesprächen in Tübingen sind alle willkommen, die sich in Praxis und Theorie aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema Rhetorik und Gespräch auseinandersetzen möchten und die Tagung mit neuen Aspekten bereichern wollen.

Weitere Informationen zum Call for Papers finden sich auf den Seiten des Rhetorikforums unter: http://rhetorikforum.de/

Die Uni neu gestalten

UniGestalten

Die Universität ist in keinem guten Zustand. Darüber besteht weitgehender Konsens . Doch auch wenn es an Ideen nicht mangelt, wie so Einiges besser gemacht werden könnte, fehlt es oft am Willen zum Neuen.

Eine gute Gelegenheit, den Unialltag neu zu gestalten, bietet nun ein Online-Wettbewerb , den die Junge Akademie und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft veranstalten: Ein Wettbewerb um die besten Ideen, "die den Alltag in Hochschulen durch neue Ansätze und Perspektiven erleichtern und verbessern" sollen. Das Themenspektrum umfasst sämtliche Aspekte zum Leben und Arbeiten auf dem Campus. Aufgerufen sind Studierende aus allen Fachbereichen und Hochschultypen, Alumni, alle Beschäftigten aus Lehre, Forschung. Technik, Verwaltung und Projektpartner aus der Wirtschaft.
Bis zum 15. Dezember 2011 können sie auf dem Wettbewerbs-Portal www.unigestalten.de neue Ideen aufzeigen, diskutieren und weiterentwickeln.

Eine unabhängige Jury bewertet anschließend alle Einsendungen nach feststehenden und durchgängigen Kriterien und prämiert die besten Ideen.
Der Wettbewerb ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert . 5000 Euro Hauptgewinn und 20 weitere Preise warten auf die innovativen Vordenker für den Uni-Alltag.

Publish or perish?

Seit Jahren wird in Deutschland an den Universitäten herumgedoktert. Zwischenstand: 2 Exzellenzinitiativen, 9 Elite-Unis, dutzende Promotionsschulen, mehr Internationalisierung - und Geldmangel, Überstunden, Karriererisiken wie eh und je. Schlecht geht es hierzulande vor allem dem Rückgrat des akademischen Betriebs: dem Mittelbau. Lehrverpflichtung, Lehrstuhlarbeit, heimlicher Zwang zur Habilitation, zu wenige Juniorprofessuren und der alternativlose Karriere-K.o mit Anfang 40 machen die Universitätslaufbahn zum Lebensrisiko.

All das ist hinlänglich bekannt. Eher halboffiziell, aber nicht weniger dringend reformbedürftig ist hingegen jenes Mittelbau-Problem, das gerne auf den griffigen Slogan “publish or perish!” – zu Deutsch: publiziere oder stirb – gebracht wird. Dahinter verbirgt sich der betrübliche Umstand, dass nur, wer möglichst eifrig viel bedrucktes Papier ausgestoßen (und dabei im Zweifelsfall eher Masse statt Klasse produziert) hat, sich auch an den Fleischtöpfen der Wissenschaft laben darf. Ohne eine ansehnlich lange Publikationsliste, gespickt mit reichlich Impact-Faktoren, keine Berufung zu höheren Weihen!

Die inzwischen gängige Praxis – das Schielen nach Output und Impact, Masse statt Klasse – stellt das wissenschaftliche Selbstverständnis auf den Kopf: Während man einst einen Artikel schrieb, um einen wichtigen Befund mitzuteilen, ist heute das Schreiben und Veröffentlichen in Zeitschriften häufig nur noch Selbstzweck bzw. Mittel der Karriereplanung.

Wie wirkt sich diese Entwicklung auf die Arbeitsweise von Forscherinnen und Forschern aus? Bleiben wissenschaftliche Neugier und ergebnisoffenes Arbeiten möglicherweise auf der Strecke, wenn Forschungsthema und -design immer schon mit Blick auf die Publizierbarkeit der Ergebnisse konzipiert werden? Und welche Rückwirkungen hätte dies auf das “Unternehmen Wissenschaft”?
Ein mehrstündiger Workshop mit anschließender Podiumsdiskussion geht diesen Fragen – und möglichen Antworten bzw. Lösungen – am 26. Oktober im KörberForum Hamburg nach. Ein ausführliches (vorläufiges) Programm findet sich hier . Anmeldungen werden von der Körber-Stiftung entgegengenommen.

Studentin auf Probe

Eine Woche lang (vom 18.10.10 bis zum 22.10.10.) dürfen Mädchen ab der 10. Klassenstufe Studentinnen auf Probe an den beteiligten Hochschulen, der Technischen Fachhochschule Wildau, der Fachhochschule Brandenburg, der Fachhochschule Potsdam, der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung sowie der Universität Potsdam sein. Unter anderem können sie den Arbeitsalltag an einem Forschungsinstitut, Übungen und Experimente im Labor machen und mehr über den Studienalltag, Arbeitsmarktperspektiven und Studienmöglichkeiten erfahren. Studierende der kooperierenden Hochschulen laden zu praxisorientierten Workshops ein.

Weitere Informationen gibt es hier: www.brisant.uni-potsdam.de .

Diskussionen zu Zukunftsfragen in Bamberg

Am 30. April findet in Bamberg der 4. Wissenschaftstag der europäischen Metropolregion Nürnberg statt.

Hochkarätige Referenten der gastgebenden Universität Bamberg, aber auch von anderen Hochschulen und aus der Praxis, diskutieren Zukunftsthemen und Lösungen für brennende Fragen regionaler und globaler Entwicklung.

Der Wissenschaftstag versteht sich auch als Kontaktaustausch für Wissenschaftler/-innen und Interessierte der Region. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind noch möglich über dieses Formular .

Psst!

Themen- und Gedenktage gibt es viele. Aber bei kaum einem ist es so schwierig, ihn angemessen zu begehen, wie bei diesem: Der 28. April ist der "Tag gegen Lärm"

Unter dem Motto "Kostbare Ruhe - teurer Lärm" finden an zahlreichen Orten in ganz Deutschland Informations- und Mitmach-Veranstaltungen statt. Ziel ist, wenn man den englischen Namen "Noise Awareness Day" zugrunde legt, den modernen Menschen für ein immer stärker werdendes Problem zu sensibilisieren. Dabei geht es - natürlich - um das Gehör, aber Themen wie "Geräuscharmer Straßenbelag" oder "Verkehrsfreie Wohnsiedlung" lassen die Breite der Themen - und die Reichweite des Problems - erahnen.

Also raus aus den Pumps, rauf aufs Fahrrad und mp3-frei die Strecke zum Veranstaltungsort zurücklegen. Oder gleich bei Zeitungsrascheln und Vogelgezwitscher zuhause bleiben...

Web 2.0 in Berlin

"Natives", interessierte Beobachter und Kritiker des Web 2.0 kommen vom 18.-21. März 2010 in Berlin voll auf ihre Kosten.

Am 18. März lädt InWent, die ehemalige Carl-Duisberg-Gesellschaft zum Thema "Citizen Journalism" ins FAZ-Forum in Berlin ein. Renommierte Redner, vor allem aus Entwicklungsländern, sprechen zur Bedeutung neuer Medien und eines "neuen Journalismus" als Stimme der Benachteiligten.

Mit einem eher leeren Tagungsprogramm beginnt am 20. März das "Politicamp .10" . Die Generation der "Digital Natives" lädt Politiker zum Dia- bzw. Multilog ein. Als Besonderheit sind für einen Großteil der Zeit nur Räume reserviert - die es gilt, mit eigenen Ideen und Konzepten zu füllen.

Bedrückend real

Das Studium ist kein Zuckerschlecken. Diese Erfahrung macht jedenfalls der Zuschauer des Kinofilms "13 Semester", wenn er Momo, der endlich aus der brandenburgischen Provinz weg will und "nach 20 Jahren endlich wieder Moritz heißen", durch diese quälend lange Zahl akademischer Zeiteinheiten begleitet.

Dabei ist es nicht einmal das mit Ach und Krach bestandene Vordiplom, das sich der sympathische Protagonist (Max Riemelt) durch eine ungleiche Freundschaft mit seinem indischen Kommilitonen Raswin halb erschleicht und halb erkämpft. Vielmehr sind es die vielen, kleinen Stiche - die Entscheidung für die Liebe und damit leider gegen den Erfolg oder die Notwendigkeit, sich nach zermürbender Suche schließlich mit einer unpassenden WG zu arrangieren und so sich und den eigenen Werdegang teilweise einem Menschen auszuliefern, mit dem man nichts gemeinsam hat außer dem Bedürfnis nach einer Bleibe -, die den Film so schwer erträglich machen.

Mit einer unerbittlichen Scharfstellung auf Details setzt Regisseur Frieder Wittich die Trostlosigkeit des Studentenlebens in Szene: Wenn "Momo" - wie er immer noch genannt wird, nach einer WG-Party auf der Couch aufwacht, ekelt sich (auch) der Zuschauer davor, die nackten Füße in all das zu stellen, was da auf dem Teppich die ekelhaftesten Assoziationen von Party-Hinterlassenschaften weckt. Und wieviel banaler und deshalb zum Unwohlsein real kann die Ärmlichkeit manches Studentenlebens dargestellt werden, als durch einen männlichen Partner, der während der Beinrasur seiner Freundin in der Badewanne sein Nutellabrot schmiert - unterdessen deren offenbar erfolgreicherer Studienkollege durchs Fenster sieht? Da verwundert es dann auch nicht, dass Momo an seinem 24. Geburtstag die letzten ihm verbliebenen Gefährten mit einem Satz wie eine gedämpfte Haubitze vor den Kopf stößt: "Ich kann im Moment nunmal nicht auf Menschen."

Und die realistische Erzählweise lässt auch den Zuschauer nicht aus der Ödnis des wirklichen Studentenlebens entkommen: filmische Mittel wie Rückblenden werden in "13 Semester" nur selten und dann so auffällig eingesetzt, dass sie statt einer Flucht eher eine Verstärkung der bedrückenden Stimmung bedeuten. So prasseln kurz vor der erlösenden Diplomprüfung alle mühsam gepaukten Formeln und Merksätze mit halluzinatorischen Hall auf Momo ein. Und die Wahl, die Handlung chronologisch zu erzählen, erzeugt spätestens bei der Einblendung "Semester 8" das Gefühl, dass es hier um ein Leiden fast ohne Ende geht.

Zwar gibt es schließlich ein allzu rundes Happy End. Aber davor müssen der Protagonist und sein alter Freund Dirk (Robert Gwisdek) zunächst wieder zusammen finden. Und sich, dem anderen und den Zuschauern gestehen, dass die Uni eine Autobahn ist. Der eine habe irgendwann Angst bekommen, wieder aufzufahren, weil er dann vielleicht merke "dass ich 5 Jahre lang in die falsche Richtung unterwegs war". Und der andere beschreibt seine Uni-Karriere ohne den ihm sonst eigenen Elan als "Überholspur mit 220 Sachen, immer schön Blinker links, Gas rechts" - und fragt sich, ob er nicht mal hätte "aussteigen und sich die Landschaft angucken sollen." Das tut weh in einer Gesellschaft, die vielleicht mit Erfolgreichen und "Losern" umgehen kann. Aber doch nicht mit Zweiflern auf beiden Seiten.

Schnelle Kunst

17 Meisterschüler, 3 Ausstellungen, 2 Wochen. Kein Zweifel, wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Das Projekt hub:kunst.diskurs hat den Zeitgeist zum Programm erhoben und präsentiert ab Donnerstag, den 27.11.09 in Hannover eine Blitzausstellung herausragender Absolventen der HBK Braunschweig. Dokumentiert und kommentiert wird alles in einem eigenen Blog: http://www.kunst-diskurs.de/

Wissenschaft, Planung, Vertreibung

Eine Ausstellung in Trier erinnert an die Verstrickungen der Wissenschaft in die Machenschaften der Nationalsozialisten
Im Juni 1942 übergab der Berliner Agrarwissenschaftler Prof. Konrad Meyer den Nationalsozialisten eine als "Generalplan Ost" bekannt gewordene Denkschrift zur "Germanisierung" der Ostgebiete. Der Plan sah vor, innerhalb von 25 Jahren fast fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im Westteil der eroberten Sowjetunion anzusiedeln. Millionen slawischer und jüdischer Bewohner dieser Region sollten versklavt, vertrieben und ermordet werden. Die Pläne der Nationalsozialisten waren bezeichnend für den verbrecherischen Charakter ihrer Politik. Zugleich belegen sie die Skrupellosigkeit der daran beteiligten Experten, deren Arbeiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in beträchtlichem Umfang finanziert wurden.

Unter dem Titel "Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten" zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft vom 1. Mai bis 29. Juli 2009 in der Universitätsbibliothek Trier eine Ausstellung, die von der engen Verbindung akademischer Forschung, rationaler Planung und Forschungsförderung im Dienste der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik berichtet. In drei Abteilungen skizziert die Ausstellung die Vorgeschichte des Generalplans Ost, beleuchtet die Rolle der Wissenschaft sowie die Planungen für eine ethnische Neuordnung Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs und wirft einen Blick auf die Realitäten von Umsiedlung, Vertreibung und Völkermord zwischen 1939 und 1945.

"Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten", eine Ausstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft vom 1. Mai bis 29. Juli 2009 in der Universitätsbibliothek Trier, Universitätsring 15, Trier, geöffnet montags bis freitags von 8 bis 24, samstags von 8 bis 19 und sonntags von 11 bis 15 Uhr, der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint ein kostenloser Katalog.

Quelle: IDW

Wissenschaft, Macht, Politik

Die Frage nach einer verantwortlichen Praxis wissenschaftlicher Politikberatung in Deutschland ist von zentraler Bedeutung für das Verhältnis von Wissenschaft und Politik. Nicht erst seit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise steht dieses Verhältnis auf dem Prüfstand, aber gerade jetzt in besonderem Maß: Warum hat niemand das Ausmaß der aktuellen Krise vorhergesagt? Warum hat niemand eine Lösung parat? Zu viele Gremien, zu teuer, zu fehlerhaft, zu alltagsfern und ungenau, so lauten die Vorwürfe gegen die wissenschaftliche Politikberatung. Sind sie gerechtfertigt? Was muss konkret getan werden, damit Beratung das politische Handeln unterstützt? Wie groß ist die Gefahr gegenseitiger Einflussnahme? Können wir der Wissenschaft trauen?
Diesen Fragen widmen sich Experten beim 33. ZEIT FORUM WISSENSCHAFT in Berlin.

Eine Zusammenfassung der Diskussion sendet der Deutschlandfunk in der Sendung "Das Kulturgespräch" am 8. Mai 2009 ab 19.15 Uhr (Frequenzen unter www.dradio.de )

Hinweise zur Teilnahme: http://www.zeit.de/veranstaltungen

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