Veranstaltungshinweise

Explored, not stirred

Kein Aprilscherz, Ehrenwort: James Bond kommt an die Uni! Und zwar vom 5. bis zum 7. Juni. Dann findet an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken eine internationale Konferenz über Leben, Lieben und Sterben lassen des berühmtesten Geheimagenten der Welt statt, ausgerichtet vom dortigen Institut für Anglistik und Amerikanistik.

Auf der Tagung werden - das Darwin-Jahr lässt grüßen - so pikante Themen verhandelt wie "The evolution of James Bond" oder "James Bond's emotions". Neben seriösen Forschungsfragen, etwa nach Bonds "national identity", scheuen sich die Veranstalter anscheinend nicht, den smarten Top-Agenten auch mit unangenehmen Überlegungen zu konfrontieren: "Is James Bond a serial killer?" Das vollständige Tagungsprogramm mit Links zur Anmeldung gibt es hier .

Internationale Tagung zur Doktorandenausbildung

Die dritte Tagung des internationalen "F&F-Netzwerkes", eines internationalen Netzwerks zur Erforschung der Doktorandenausbildung, findet vom 23. bis 27. März in Kassel statt. Die Netzwerkkonferenz wird vom INCHER-Kassel - verantwortlich Prof. Dr. Barbara M. Kehm - in Zusammenarbeit mit dem Center for Innovation and Research in Graduate Education/CIRGE der University of Washington/Seattle organisiert.
58 Expertinnen und Experten aus 21 Ländern befassen sich mit dem Thema "The Policy Potential of Innovation and Internationalisation in PhD Education". Themenschwerpunkte sind:

(a) Internationalisation and Inequality in Doctoral Education: The Policy Response;
(b) Diversity of Students, Perspectives and Modes of Inquiry in Doctoral Education: Current/National Policies as They Relate to Diversity;
(c) Promoting Intellectual Risk-Taking.

Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/incher

Klimaverantwortung als Verteilungsproblem

Wer trägt die Verantwortung für die Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen, wer trägt die Verantwortung für die Anpassung an die nicht verhinderten oder nicht verhinderbaren klimatischen Effekte? In der internationalen Diskussion sind zu diesen Fragen eine verwirrende Vielfalt von Zuteilungsregeln vorgeschlagen worden. Sie spiegeln jeweils unterschiedliche Gerechtigkeitsvorstellungen, aber auch unterschiedlich optimistische Einschätzungen ihrer politischen Durchsetzbarkeit wider. Ein grundlegender Dissens betrifft die Rolle des Verursacherprinzips in seiner historisch rückwärtsgewandten Anwendung: Gibt es stichhaltige Gründe, diejenigen Industrieländer besonders zu belasten, die im 19. und 20. Jahrhundert zu einem besonders hohen Anteil zur Klimaveränderung beigetragen haben?

Über diese und weitere Fragen spricht der Philosoph Dieter Birnbacher in einem Vortrag am 2. März 2009 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen.

Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-173.html

Europa ohne Bürger

Am 10. und 11. Februar wird sich hierzulande das Bundesverfassungsgericht mit dem sogenannten Reformvertrag von Lissabon auseinandersetzen, der einen europäischen Quasistaat begründen wird, mit einer Verfassung, "wie man sie vielleicht in der Mitte des 19. Jahrhunderts notfalls gerade noch für eine kurze Übergangszeit in Kauf genommen hätte" ( Burkhard Hirsch ). Nach dem skandalösen Ausbleiben einer seriösen Debatte - sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den Parlamenten - bleibt die Judikative die letzte Bastion, die uns vor einer solchen Verfassung vielleicht noch retten kann.

Während die Eliten in Politik, Wirtschaft und Bürokratie den Integrationsprozess Europas auf zunehmend chauvinistische Weise als Erfolgsgeschichte propagieren, kann der Bürger nicht einmal mehr über sein wesentlichstes politisches Gut bestimmen: seine verfassungsrechtlich verbürgte Souveränität. Der Soziologe Max Haller (Universität Graz) hat untersucht, wie diese Kluft entstanden ist und welche Interessen die Eliten mit der Integration verfolgen. In seinem neuesten Buch "European Integration as an Elite Process - The Failure of a Dream?" entwickelt Haller auch Vorschläge, wie die EU demokratischer gestaltet werden könnte. Dies und mehr wird der Soziologe am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung mit den Politologen Prof. Michael Zürn und Dr. Miriam Hartlapp diskutieren.

"Europa ohne Bürger. Die EU-Integration als Projekt der Eliten" , Max Haller (Universität Graz) im Gespräch mit Michael Zürn und Miriam Hartlapp (beide WZB), Wissenschaftszentrum Berlin, 27.01.2009, 17 bis 19 Uhr.  Anmeldung erbeten bis zum 22. Januar 2009. Marie Unger: marie.unger@wzb.eu , Fax: 030-25491-680. Weitere Informationen: http://www.wzb.eu

Doppelt schlau?

Am 20./21 September veranstaltet der Hochbegabtenverein Mensa seinen diesjährigen "Tag der Intelligenz". Das Besondere: jede Person, die sich zu diesem Anlass beim gebührenpflichtigen IQ-Test von Mensa anmeldet, kann kostenlos eine weitere mitbringen.
Wer also schon immer wissen möchte, ob er "doppelt schlau" ist, hat jetzt die einmalige Gelegenheit, es herauszufinden. Aber Achtung: An einigen Orten steigt der Event bereits eine Woche früher ;-)

Stiefkind Schulbuch?

Das Buch ist nach wie vor das wichtigste Medium im Schulunterricht: Dennoch ist es kaum Gegenstand in der Lehrerausbildung, auch nicht in der Weiterbildung oder in der Medienpädagogik. Eine Konferenz des Geort-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung soll die Diskussion eröffnen, welche gesellschaftlichen, politischen und fachwissenschaftlichen Anforderungen bzw. Erwartungen heute an Schulbücher gestellt werden. Im Fokus stehen zudem die Produktions- und Evaluationsprozesse für Schulbücher.

Datum: 29.-30. September 2008, Ort: Braunschweig.

Weitere Informationen sind auf den Seiten des GEI erhältlich .

Konferenz: "Gebrochene Wissenschaftskulturen"

Sucht man nach Kontinuitäten in der deutschen Universitätsgeschichte, sticht vielleicht zuerst die Misere des akademischen Mittelbaus ins Auge. Der Privatdozent als Panzergrenadier ("kein Mensch, kein Tier...") der Wissenschaft ist sicherlich eine der universitären Konstanten des 20. Jahrhunderts.
Anderes verlief nicht so bruchlos. Wie sollte es auch? An drei bzw. im Osten unseres Landes vier Systembrüchen mit ihren dramatischen gesellschaftlichen Umwälzungen konnte freilich auch die Universität nicht unbeschadet vorübergehen.

Zur Diskussion über die kontrast- und konfliktreiche deutsche Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts lädt die Friedrich-Schiller-Universität Jena vom 5. bis 7. Juni im Rahmen der Konferenz "Gebrochene Wissenschaftskulturen. Selbstverständnis und Praxis deutscher Universitäten im 20. Jahrhundert."

In drei ersten Sektionen sollen die Bedingungen für Forschung und Lehre während des späten Kaiserreiches, des ersten und des zweiten Weltkrieges, der Weimarer Demokratie und des Nationalsozialismus behandelt werden. Außerdem stehen die deutsch-deutschen Universitätsbeziehungen während der deutschen Teilung im Blickpunkt. Eine vierte Sektion und eine abschließende Podiumsdiskussion sollen in international vergleichender, aktueller und rückblickender Perspektive Brücken zur universitären Gegenwart schlagen.

Veranstaltungsort: Fürstengraben 27, Rosensäle der Universität Jena
Zielgruppe: Studierende, Wissenschaftler
Kontakt: Juergen.John@uni-jena.de

Lesen!

Ab heute sind die ersten Bände der neuen " edition unseld " im Handel
erhältlich. Inhaltlich ist den acht Werken gemein, dass sie als Dialoge der
Geistes- und Naturwissenschaften geschrieben sind. Die Deutungshoheit rein
technischer und naturalistischer Weltsichten darf hinterfragt werden.
Schubladendenken wird Vorgebildete eher im Lesefluss hindern; kreatives
(Neu-)Denken
ist gefordert, nicht Einordnen in Altbekanntes.

Streitschriften sind dabei und Verteidigungsschriften. Zum
Beispiel ein pro-sozialistisches Manifest von Dietmar Dath, das wir in der
nächsten Ausgabe von sciencegarden ausführlicher rezensieren, und wenn es als
Maßstab für die anderen Titel der Edition gelten kann, verspricht diese viel
Zündstoff zu wichtigen Themen.

Wie es sich für Streitschriften gehört, sind die Bücher bezahlbar
(10 Euro), transportfähig (Maße: 11x17,5 cm) und mit höchstens 130 Seiten auch zügig (das heißt zwischen Jonathan Littell und Raoul Schrott,
nicht erst danach ) lesbar.

Wer den Streitschrift-Schreiber Daht vorab persönlich für
den Sozialismus kämpfen sehen will, der schalte den Fernseher ein: Literatur im
Foyer „68 und kein Ende?“, sehr schön moderiert von Thea Dorn, wird am Freitag,
25. April um Mitternacht vom SWR und am Sonntag, 18. Mai, 10.15 Uhr von 3sat
ausgestrahlt. Unter anderen liefern sich Dath und Daniel Cohn-Bendit einen
erfrischenden Schlagabtausch (keine
lahme Gesprächsrunde). Letzterer tritt auf als paternaler Altehr-68er und
tut den Sozialismus als „völligen Unsinn“ ab...

Annekathrin Ruhose

Ist Schönheit messbar?

Das 12. Berliner Kolloquium der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung befasst sich am 7. Mai in den Räumen der Konrad Adenauer-Stiftung (Tiergartenstraße 35) mit der Frage, ob sich Schönheit wissenschaftlich messen und bestimmen lässt. Mit von der Partie sind zahlreiche akademische Disziplinen. Manfred Spitzer bestreitet den Abendvortrag zum Thema aus der Sicht der Hirnforschung.

Studierende zahlen 25 Euro Tagungsgebühr.

Wer sich vorab informieren möchte, sollte dazu den sciencegarden-Artikel über Blondinen lesen.

Kosmopoliten ohne Heimat?

Ist das größte Problem der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands ihr chronischer Geldmangel ? Oder ist es vielmehr ihr ubiquitärer Kulturbegriff, der ihre vornehmste Aufgabe, die Vermittlung deutschen Kulturgutes und der deutschen Sprache im Ausland, an den Rand zu drängen scheint?

Wer Kosmopolit sein möchte, sollte sich seiner eigenen Kultur gewiss sein, nur so kann er Vertrauen und Verständnis des Anderen gewinnen. Das scheint oft ebenso in Vergessenheit zu geraten, wie man sich leichtfertig einredet, dass das "Europäische Haus" bereits erdbebensicher sei.

Gegenseitige Ressentiments und Feindschaften zwischen den europäischen Völkern sind hingegen weiterhin virulent: Davon legt nicht nur das Trauerspiel der jüngeren polnisch-deutschen Zerwürfnisse Zeugnis ab. Und gerade wegen dieses gegenseitigen (kulturellen) Unverständnises erscheint es als Gefahr, voreilig eine gemeinsame "Europäische Auswärtige Kulturpolitik" zu fordern, auch wenn tiefgehendere Kooperationen gewiss sinnvoll wären.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Instituts für Kulturpolitik an der Stiftung Universität Hildesheim findet vom 10. bis 11. April 2008 eine Konferenz zur "Europäischen Integration als Herausforderung Auswärtiger Kulturpolitik" statt, in deren Rahmen hoffentlich auch solche grundsätzlichen Fragen zur Debatte gestellt werden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro, 15 Euro für Studierende.

Innovation auf Abruf?

Die Sonntagsreden und Klagelieder über den Mangel an Innovationen in Deutschland sind wir schon lange überdrüssig. Das (bildungs-)politische Jammern und das Drängen auf schnelle Lösungen führen dabei genau zum Gegenteil des Gewünschten.

Verzweckung der Forschung, Verschulung und Gängelung des Nachwuchses, Dauerevaluation und Antragsfluten machen dem ergebnisoffenen Forschen, dem tiefgehenden Ergründen, dem kritischen Fragen, der wissenschaftlichen Kreativität den Garaus.

Das Seminar "Fit für Innovation", das Experten der Fraunhofer IAO anbieten , hat daher auch kaum etwas mit wissenschaftlicher Innovation zu tun. Vielmehr sollen die Teilnehmer in Vorträgen und Workshops verschiedene "Analyse-Tools" kennenlernen, die Unternehmen bei der Optimierung ihres Innovationsprozesses unterstützen können.
Der betriebsinternen Entwicklung - sagen wir etwa der Verbesserung alter Technologien wie des Bezinmotors - wird diese Schulung sicherlich wichtige Hilfestellung geben können.

Tatsächliche Quantensprünge und revolutionäre Erfindungen wird man durch das Anbieten solcher "Lösungstools" für Innovationen bestimmt nicht erwarten dürfen. Die brauchen nämlich vor allem Freiheit, Zeit und die nötigen materiellen Ressourcen.

Interessenten aus Unternehmensführung und Innovationsmanagement können sich noch bis zum Montag, 31. März 2008, online hier anmelden . Die Teilnahme an der Veranstaltung kostet 195 € pro Person.

Hungern für's Auto?

Bioenergie, also "klimaneutrale" Energiegewinnung aus Nutzpflanzen wie Raps oder Ölpalme, wird weiterhin als Paradelösung für den Klimawandel und den steigenden globalen Energiebedarf propagiert. Dabei sind die mit der Bioenergie verbundenen, schwerwiegenden Probleme schon länger bekannt. Nicht nur die Rodung der letzten großen Wälder und die damit einhergehende Vernichtung der Artenvielfalt droht durch eine immer stärkere landwirtschaftliche Nutzung für Energiepflanzen. Schon längst sind zahllose Menschen unmittelbar vom agrarwirtschaftlichen Wechsel betroffen. Denn immer mehr Land wird inzwischen für die Erzeugung von Bioenergie genutzt und nicht zur Herstellung von Nahrungsmitteln. Infolgedessen steigen die Nahrungsmittelpreise gerade in Entwicklungsländern dramatisch. In Mexiko beispielsweise sorgte vor Jahresfrist die Verknappung des Grundnahrungsmittels Mais für große Unruhe.

Wie eine mögliche Balance zwischen Ressourcen- und Umweltschonung, Energie- und Ernährungssicherheit gelingen könnte, diskutieren anlässlich der erstmaligen Verleihung der Robert-Bosch-Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung
natürlicher Ressourcen"
Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D. und ehemaliger Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms, Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamts und Manfred Zeller, Direktor des Instituts für Agrar- und Sozialökonomie in den Tropen und Subtropen, Universität Hohenheim.

Die Diskussion "Voller Tank oder voller Magen? - Konkurrenz um Landnutzung zwischen Bioenergie und Nahrung" findet am 27. März unter der Leitung von Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur von GEO und GEOSpecial, in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung, Bismarckstr. 71, statt. Interessierte Wissenschaftler und Journalisten können sich mit einer Mail an rainer.hoell@bosch-stiftung.de anmelden.

Abrissreif

Die meisten Seminarräume, an die ich mich erinnere, atmeten - Gnade der späten Geburt? - nicht unbedingt den Muff von tausend Jahren, allerdings den von wenigstens dreißig. Schon als Grundstudent lernte man, dass in diesem Land kein Geld mehr vorhanden ist, um seine Akademiker in menschenwürdigen Räumen unterzubringen. Verfallene Außenfassaden, bröckelnde sanitäre Anlagen und Assistenten, die sich ihr Büro zu zweit oder zu dritt teilen, sind nichts Außergewöhnliches. Einst spiegelte sich das hohe gesellschaftliche Ansehen der Universität in ihren Bauten. Freiburg, Bonn, erst recht Berlin oder München zeugen heute noch durch ihre Schloss- bzw. schlossartigen Bauten von diesem längst vergangenen Geist. Lassen die heutigen Hochschulbauten und ihr erbarmungswürdiger Zustand umgekehrte Rückschlüsse zu? Dies steht zu befürchten. Zugegebenermaßen geben sich nun seit der sogenannten "Exzellenz-Initiative" (in der Hoffnung auf ungekannte Geldsegen) einige Universitäten bauliche Mühen, auch ihr äußeres Erscheinungsbild aufzupolieren. Bislang sind das aber eher potemkinische Dörfer. Versammlungsräume für Studenten - an jeder britischen Universität eine Selbstverständlichkeit - gibt es in Deutschland nicht. Einen Salon für die Dozenten, in dem sie mal miteinander und nicht nur übereinander reden? Fehlanzeige. Der deutschen Universität fehlen Räume zur Kommunikation. Daher ist es mehr als begrüßenswert, dass das Fraunhofer-Institut vom 27. - 28.11.2007 unter dem Titel Räume für Wissensarbeit - Zukunftsweisende Architektur für die Wissensgesellschaft in Dresden eine Konferenz ausrichtet, in deren Mittelpunkt solche und ähnliche Fragen stehen werden. Hoffentlich unter Teilnahme zahlreicher Rektoren, Hochschul- und Finanzpolitiker!
back print top

Online-Recherche

Suchmaschinen, Infos, Datenbanken » mehr

Rezensionen

Buchrezensionen der sg-Redaktion » mehr

Wettbewerbe

Forschungswettbewerbe in der Übersicht » mehr

Podcasts

Übersicht wissenschaftlicher Podcast-Angebote » mehr