Ökosysteme: Warnung vor dem Kollaps

2005 machte Jared Diamond mit einem populärwissenschaftlichen Buch Furore. Dessen Titel: Kollaps - warum Gesellschaften überleben oder untergehen. An einem Dutzend Beispielen - von Grönland bis zu den Osterinseln - führt Diamond vor, wie gerade stolze, vergleichsweise entwickelte Gesellschaften Opfer ihrer Umwelt werden. Dabei braut sich hinter dem Rücken der Betroffenen ein ökologisches Donnerwetter zusammen. Werden Warnzeichen offensichtlich, ist es in der Regel zum gegensteuern zu spät - der Kollaps nimmt seinen Lauf.

Einen kleinen Lichtblick könnten jetzt die Ergebnisse einer von der National Science Foundation geförderten Studie aus den USA in das finstere Szenario bringen. Das Forscherteam ging dabei in zwei Schritten vor: Zunächst wurden Raubfische in das Ökosystem eines Sees eingebracht. Diese verursachten "augenblicklich Angst" bei den kleineren Fischen im See, wie die Forscher feststellen. Diese wagten sich immer weniger vom schützenden Ufer weg und jagten somit immer weniger Wasserflöhe. Dies wiederum führte zu einer stark schwankenden Menge an Phytoplankton - der Nahrung der Wasserflöhe - in dem See.

Diese Beobachtung war Ausgangspunkt für den zweiten Schritt der wissenschaftlichen Arbeit. Mit mathematischen Methoden wies ein Wirtschaftswissenschaftler nach, dass sich kurz vor dem Kollaps auch andere Messwerte des Sees untypisch verhielten. Diese Unregelmäßigkeiten wertet das Forscherteam als Warnzeichen, deren Beachtung rechtzeitiges Gegensteuern und damit eine Rettung für bedrohte Ökosysteme ermöglichen könnte.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Große Datenmengen müssten über das betreffende Ökosystem gesammelt und laufend ausgewertet werden.

Quelle: http://www.innovations-report.de/html/berichte/umwelt_naturschutz/a_tale...

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